Zurück in die Adenauer-Republik
Die Bräuteschule 1958, eine Zeitreise in die Vergangenheit für junge Damen des 21. Jahrhunderts.
Beim Zappen in der Werbepause habe ich im Ersten eine echt unterhaltsame Sendung entdeckt. Die Bräuteschule 1958. Hier wurden einige Frauen unserer Zeit in ein Internat gesteckt, dass nach den Methoden von 1958 für junge Damen der Gesellschaft lehrt. Im Klartext: Hier lernt Frau Putzen, Kochen, Waschen, Bügeln. Kurz, sie wird auf die Ehe und das Führen eines Haushaltes vorbereitet. So wie die Gesellschaft das damals von Frauen erwartet hat. Handys, Ipods, Deo, Kosmetika, Zigaretten, Süßigkeiten und Alkohol sind verboten. Von einigen wurde das Verbot umgangen, indem diverse Verstecke, z. B. im Baum vor dem Fenster, gesucht wurden. Allein die Tatsache, dass zum Putzen des Bodens sechs verschiedene Lappen zur Verfügung standen und keine der Frauen wusste, welchen sie nun nehmen sollte. Da frage ich mich doch, was lernen die Mädchen (und auch Jungs) heutzutage von ihren Eltern? Müssen die nicht beim wöchentlichen Hausputz helfen? Beim Wäsche Falten und Bügeln? Besteht das Leben der heutigen Kids nur noch aus MP3, Handy, Computer und Spielen mit Freunden? Allenfalls vielleicht noch Hausaufgaben machen?
Was für Erwachsene sollen daraus werden, wenn nicht die einfachsten normalen Arbeiten des täglichen Lebens selbst erledigt werden können? Da ist es kein Wunder, dass es im TV soviele Beratungssendungen für Kindererziehung, Putzen, Aufräumen, Renovieren und Finanzen gibt. Hier sind ganz klar die Eltern gefordert. Kinder brauchen auch ihre Pflichten. Und sie machen das gerne, wenn man sie ein bißchen motiviert und nach den Pflichten z. B. etwas Schönes spielt oder zusammen unternimmt. Wir wachsen mit unseren Aufgaben, das war ein Leitspruch aus meiner Kindheit. Und der gilt auch heute noch. Das Leben ist nicht nur Spiel, sondern auch Ernst. Und wenn man nicht als Kind lernt, das auch Ernst Spaß machen kann, wann denn dann?
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